KI-gestützte Prozess und Kennzahlenanalyse im QM

QM-Daten verstehen, Kennzahlen sinnvoll nutzen und KI für Auswertung, Hypothesen und Maßnahmenideen einsetzen

Qualitätsmanagement lebt von Daten: Reklamationen, Ausschuss, Durchlaufzeiten, Auditfeststellungen, Fehlerarten, Quoten und Kennzahlen liefern wichtige Hinweise auf Prozessleistung, Schwachstellen und Verbesserungsmöglichkeiten. In der Praxis werden diese Daten zwar häufig erfasst, aber nicht immer konsequent ausgewertet oder in konkrete Maßnahmen überführt.

In diesem Seminar lernen die Teilnehmer, wie QM-Daten systematisch gelesen, interpretiert und mit KI-Unterstützung ausgewertet werden können. Dabei geht es nicht nur um Zahlen, Tabellen oder Diagramme, sondern vor allem um den richtigen Prozessbezug: Welche Daten sind wirklich aussagekräftig? Welche Kennzahlen passen zum Prozessziel? Und welche Schlüsse dürfen aus einer Tabelle oder einem Diagramm gezogen werden?

Ein Schwerpunkt liegt auf der KI-gestützten Interpretation von Tabellen und Diagrammen. Die Teilnehmer lernen, wie KI Auffälligkeiten, Trends, Vergleiche und erste Hypothesen formulieren kann. Gleichzeitig wird klar abgegrenzt, was KI nicht leisten darf: Sie darf keine Ursachen ohne Nachweis behaupten, keine Relevanz automatisch festlegen und keine unsicheren Schlüsse als Fakten darstellen.

Im zweiten Teil des Seminars geht es um den sinnvollen Aufbau von Kennzahlen im QM. Die Teilnehmer lernen, Kennzahl, Ziel und Maßnahme sauber zu unterscheiden, KPI-Vorschläge mit KI zu entwickeln und Ergebnisse fachlich zu prüfen. Zusätzlich wird Predictive Quality realistisch eingeordnet: nicht als „Zaubervorhersage“, sondern als pragmatischer Ansatz, um Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, einfache Prognosefragen zu stellen und Datenqualität bewusst zu berücksichtigen.

Nutzen
• Sie lernen typische QM-Daten wie Reklamationen, Ausschuss, Durchlaufzeiten und Auditfeststellungen systematisch einzuordnen.
• Sie verstehen, warum Prozessbezug, Zeitraum, Bezugsgröße und klare Definitionen entscheidend für die Interpretation von Kennzahlen sind.
• Sie können Tabellen und Diagramme im QM strukturierter lesen und typische Fehlinterpretationen vermeiden.
• Sie erkennen, wie KI bei der Interpretation von Tabellen und Diagrammen sinnvoll unterstützen kann.
• Sie lernen, KI-Prompts für Daten- und Kennzahlenanalysen gezielt aufzubauen: Ziel, Datenausschnitt, Zeitraum, Prozessbezug, Format und Prüfkriterien.
• Sie können KI-Ausgaben zu QM-Daten fachlich prüfen und zwischen datengestützten Aussagen, Hypothesen und unbelegten Annahmen unterscheiden.
• Sie lernen, sinnvolle Kennzahlen aus Prozesszielen abzuleiten und Kennzahl, Ziel und Maßnahme sauber zu trennen.
• Sie erkennen, wie KI bei KPI-Vorschlägen, Trendinterpretationen, Maßnahmenideen und Management-Zusammenfassungen unterstützen kann.
• Sie können Predictive Quality realistisch einordnen und einschätzen, welche einfachen Vorhersagefragen ohne Programmierkenntnisse sinnvoll sind.
• Sie erhalten eine praxistaugliche Vorgehensweise, um aus QM-Daten bessere Fragen, bessere Analysen und konkrete nächste Schritte abzuleiten.

Inhalte
Typische QM-Daten im Fokus
Zu Beginn wird betrachtet, welche Daten im Qualitätsmanagement besonders relevant sind. Dazu gehören Reklamationen, Ausschuss, Durchlaufzeiten und Auditfeststellungen. Die Teilnehmer lernen, wofür diese Daten genutzt werden können: zur Prozesssteuerung, Problemerkennung, Wirksamkeitsprüfung, Priorisierung und Verbesserung.

Tabellen und Diagramme im QM richtig lesen
Die Teilnehmer lernen, Tabellen und Diagramme systematisch zu interpretieren. Dabei geht es um Zeitraum, Bezugsgröße, Kategorien, Vergleichslogik, absolute und relative Werte, Trends, Ausreißer, Vorher-/Nachher-Vergleiche, Pareto-Logik, Durchlaufzeiten und Auditfeststellungen als Datengrundlage.

KI zur Interpretation von Tabellen und Diagrammen
Es wird gezeigt, wie KI bei Tabellen und Diagrammen sinnvoll unterstützen kann: Auffälligkeiten benennen, Trends zusammenfassen, Vergleiche darstellen, gute Fragen an die Daten formulieren und Management-Zusammenfassungen vorbereiten. Gleichzeitig wird klar abgegrenzt, dass KI keine Ursachen ohne Nachweis behaupten darf.

Tabellen mit KI analysieren
In der ersten Praxisphase arbeiten die Teilnehmer mit einer vorbereiteten oder eigenen anonymisierten Datentabelle. Sie formulieren einen Prompt mit klarer Struktur, prüfen die KI-Ausgabe fachlich, markieren brauchbare und riskante Aussagen und schärfen den Arbeitsauftrag gezielt nach.

Kennzahlen sinnvoll aufbauen und nutzen
Im zweiten Teil wird geklärt, was eine brauchbare Kennzahl im QM ausmacht. Im Mittelpunkt stehen Prozessbezug, klare Definition, Aussagekraft, Handlungsrelevanz und Vergleichbarkeit. Die Teilnehmer lernen, Kennzahl, Ziel und Maßnahme sauber voneinander zu unterscheiden.

KI-gestützte KPI-Entwicklung im QM
Die Teilnehmer erfahren, wie KI bei KPI-Vorschlägen, Messmethoden, Auswertungsfragen, Maßnahmenideen und Management-Zusammenfassungen unterstützen kann. Dabei bleibt wichtig: KI kann Vorschläge liefern, aber Zielwerte, Relevanz und Maßnahmen müssen fachlich geprüft werden.

Predictive Quality realistisch einordnen
Predictive Quality wird pragmatisch eingeordnet. Es geht darum, Trends frühzeitig zu erkennen, Entwicklungen vorsichtig abzuschätzen und realistische Prognosefragen zu stellen. Gleichzeitig werden Grenzen deutlich: kleine Datenbasis, Scheingenauigkeit, instabile Daten und die Verwechslung von Trend und Prognose.

KPI-Logik mit KI entwickeln und prüfen
In der zweiten Praxisphase wählen die Teilnehmer einen eigenen oder bereitgestellten Prozess aus. Sie formulieren Prozessziel und Verbesserungsziel, nutzen KI für KPI-Vorschläge und Messmethoden, prüfen die Ergebnisse fachlich und leiten mögliche nächste Schritte ab.

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Zielgruppe

• Qualitätsmanager, QM-Beauftragte und Mitarbeiter aus dem Qualitätsmanagement
• Fach- und Führungskräfte aus Qualität, Produktion, Logistik, Technik und Dienstleistung
• Prozessverantwortliche, KVP-Moderatoren und interne Auditoren
• Mitarbeiter, die Kennzahlen, Reklamationen, Ausschussdaten, Auditfeststellungen oder Prozessdaten auswerten
• Mitarbeiter, die QM-Daten stärker für Prozesssteuerung, Problemerkennung und Verbesserung nutzen möchten
• Personen, die generative KI wie ChatGPT strukturiert, praxisnah und verantwortungsvoll für Prozess- und Kennzahlenanalysen einsetzen möchten

Voraussetzungen

Grundkenntnisse im Qualitätsmanagement oder in der Prozessarbeit sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. Technische KI- oder Programmierkenntnisse werden nicht vorausgesetzt.

Form

Methoden
• Fachlicher Impulsvortrag mit Beispielen aus der QM-Praxis
• Arbeit mit typischen QM-Daten wie Reklamationen, Ausschuss, Durchlaufzeiten und Auditfeststellungen
• Systematische Interpretation von Tabellen, Diagrammen, Kennzahlen und Trends
• Praxisübungen zur KI-gestützten Tabellenanalyse
• Vergleich und Bewertung von KI-Ausgaben
• Entwicklung und Prüfung von KPI-Vorschlägen mit KI
• Realistische Einordnung von Predictive Quality ohne Programmierkenntnisse
• Austausch zu Anwendungsmöglichkeiten, Grenzen und verantwortungsvoller Nutzung im eigenen Arbeitsalltag

Organisatorische Hinweise

Dieses Seminar kann als eigenständiges Tagesseminar besucht werden. Es ist zugleich Teil des Zertifikatlehrgangs „Fachkraft für KI-gestütztes Qualitätsmanagement (IHK)“.