KI-gestützte Ursachenanalyse: Ursachen-Wirkungs Diagramm und 5-Why

Probleme klar beschreiben, Ursachen strukturiert analysieren und KI als Ideengeber sicher nutzen

Eine wirksame Ursachenanalyse beginnt nicht mit der ersten Vermutung, sondern mit einer klaren Problembeschreibung. Wenn Probleme zu allgemein formuliert werden, entstehen oft schnelle Maßnahmen, die das eigentliche Problem nicht nachhaltig lösen. Genau hier setzt dieses Seminar an.

In diesem Seminar lernen die Teilnehmer, wie sie Probleme mit der 6W-Methode sauber eingrenzen, Ursachen mit dem Ursachen-Wirkungs-Diagramm strukturiert sammeln und ausgewählte Ursachen mit der 5-Why-Methode vertiefen. Dabei wird gezeigt, wie generative KI sinnvoll unterstützen kann – zum Beispiel bei der Formulierung von Problemfassungen, beim Ergänzen möglicher Ursachenideen oder beim Entwickeln alternativer Why-Ketten.

Im Mittelpunkt steht nicht KI als Ersatz für Teamarbeit, Beobachtung oder fachliche Bewertung. KI wird als Denk-, Strukturierungs- und Formulierungshilfe genutzt. Sie kann zusätzliche Blickwinkel liefern, blinde Flecken sichtbar machen und erste Arbeitsstände schneller verfügbar machen. Die Entscheidung, welche Ursachen plausibel, prüfbar und relevant sind, bleibt jedoch immer beim Team und bei den fachlich verantwortlichen Personen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der sicheren und methodisch sauberen Anwendung: KI-Ergebnisse werden nicht als bestätigte Ursachen übernommen, sondern als Hypothesen betrachtet. Die Teilnehmer lernen, KI-Ausgaben kritisch zu prüfen, gezielt nachzuschärfen und in den nächsten Problemlösungsschritt zu überführen.

Nutzen
• Sie lernen, Probleme mit 6W sowie „Problem ist / Problem ist nicht“ klar und prüfbar zu beschreiben.
• Sie verstehen, warum eine saubere Problemformulierung die Grundlage jeder wirksamen Ursachenanalyse ist.
• Sie können Ursachen mit dem Ursachen-Wirkungs-Diagramm nach 5M/6M strukturiert sammeln und für die Teamarbeit nutzbar machen.
• Sie erkennen, wie KI bei der Ursachenanalyse sinnvoll unterstützen kann – zum Beispiel als Ideengeber für Ursachen, blinde Flecken und alternative Blickwinkel.
• Sie lernen, KI-Prompts für Problemformulierung, Ursachenideen und 5-Why gezielt aufzubauen.
• Sie können KI-Ursachenideen als Denkanstöße und Hypothesen nutzen, ohne sie ungeprüft als bestätigte Ursachen zu übernehmen.
• Sie vertiefen ausgewählte Ursachen mit 5-Why und prüfen Why-Ketten auf Logik, Fallbezug und Praxistauglichkeit.
• Sie erhalten eine praxistaugliche Vorgehensweise, um KI-Ergebnisse fachlich einzuordnen, nachzuschärfen und verantwortungsvoll weiterzuverwenden.

Inhalte
Problem sauber beschreiben als Grundlage der Ursachenanalyse
Zu Beginn wird gezeigt, warum eine klare Problemformulierung entscheidend ist und wie unscharfe Problembeschreibungen zu falschen oder wirkungslosen Maßnahmen führen können.

6W-Methode und Abgrenzung „Problem ist / Problem ist nicht“
Die Teilnehmer lernen, Probleme mit 6W-Fragen systematisch einzugrenzen und zwischen beobachtbarem Problem, Nicht-Problem, Vermutungen und offenen Punkten zu unterscheiden.

KI bei der Problemformulierung sinnvoll nutzen
Es wird gezeigt, wie KI dabei helfen kann, erste Informationen zu ordnen, Lücken sichtbar zu machen und eine brauchbare Problemfassung zu formulieren. Gleichzeitig werden die Grenzen deutlich: KI darf keine Fakten erfinden und keine Ursache vorwegnehmen.

Ursachen mit dem Ursachen-Wirkungs-Diagramm strukturieren
Die Teilnehmer arbeiten mit dem Ursachen-Wirkungs-Diagramm als bewährter Methode, um mögliche Ursachen übersichtlich zu sammeln, nach 5M/6M zu ordnen und gemeinsam im Team zu diskutieren.

KI als Ideengeber für mögliche Ursachen und blinde Flecken einsetzen
KI kann zusätzliche Ursachenideen liefern, alternative Blickwinkel eröffnen und bisher leere Kategorien im Diagramm ergänzen. Die Vorschläge werden jedoch als Hypothesen behandelt und fachlich geprüft.

Praxisphase: Problem formulieren und Ursachen strukturiert sammeln In der ersten Praxisphase wird ein Problem mit 6W eingegrenzt, ein Problemkopf formuliert und ein Ursachen-Wirkungs-Diagramm aufgebaut. KI wird ergänzend genutzt, um weitere Ursachenideen zu prüfen und sinnvoll einzuordnen.

Vom Ursachen-Wirkungs-Diagramm zur vertieften Analyse mit 5-Why
Aus dem Diagramm werden geeignete Ursachen ausgewählt und mit 5-Why vertieft. Dabei wird gezeigt, wie aus einer sichtbaren Ursache eine tieferliegende, beeinflussbare Ursache herausgearbeitet werden kann.

KI als Ideengeber für alternative Why-Ketten nutzen
Die Teilnehmer lernen, wie KI alternative Why-Ketten vorschlagen kann. Dabei wird deutlich, dass solche Ketten logisch, fallbezogen und systemorientiert geprüft werden müssen.

KI-Ergebnisse prüfen, nachschärfen und sicher verwenden
Zum Schluss geht es um Warnsignale bei KI-Ausgaben: zu allgemein, zu sicher formuliert, zu personenfixiert oder am Fall vorbei. Die Teilnehmer lernen, Ergebnisse gezielt nachzuschärfen, statt sie ungeprüft zu übernehmen.

Ursachen bewerten, priorisieren und in nächste Schritte überführen
Die gesammelten und vertieften Ursachen werden fachlich eingeordnet. Ziel ist es, prüfenswerte Hauptursachen zu erkennen und eine sinnvolle Grundlage für Maßnahmen oder weitere Analyseschritte zu schaffen.

Praxisphase: 5-Why mit KI anwenden, vergleichen und fachlich einordnen
Im letzten Praxisteil wird eine ausgewählte Ursache mit 5-Why vertieft. Die Teilnehmer vergleichen mögliche Why-Ketten, prüfen Plausibilität und erkennen, wo weiterer Prüfbedarf besteht.

Termine ansehen

Zielgruppe

• Qualitätsmanager, QM-Beauftragte und Mitarbeiter aus dem Qualitätsmanagement
• Fach- und Führungskräfte aus Qualität, Produktion, Logistik, Technik und Dienstleistung
• KVP-Moderatoren, Reklamationsbearbeiter, interne Auditoren und Mitglieder von Problemlösungsteams
• Prozessverantwortliche und Mitarbeiter, die Abweichungen, Reklamationen oder wiederkehrende Fehler systematisch analysieren möchten
• Personen, die generative KI wie ChatGPT strukturiert, praxisnah und verantwortungsvoll in der Ursachenanalyse einsetzen möchten

Voraussetzungen

Grundkenntnisse im Qualitätsmanagement oder in der Problemlösung sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich.
Technische KI- oder Programmierkenntnisse werden nicht vorausgesetzt.

Form

Methoden
• Fachlicher Impulsvortrag mit Beispielen aus der QM-Praxis
• Anwendung der 6W-Methode, Ursachen-Wirkungs-Diagramm und 5-Why
• Praxisübungen zur Problemformulierung und Ursachenstrukturierung
• Vergleich schwacher und besser gesteuerter KI-Arbeitsaufträge
• Bewertung und Nachschärfung von KI-Ausgaben
• Arbeit mit vorbereiteten Fallbeispielen, Prompt-Logik und Prüffragen
• Austausch zu Anwendungsmöglichkeiten, Grenzen und sicherer Nutzung im eigenen Arbeitsalltag

Organisatorische Hinweise

Dieses Seminar kann als eigenständiges Tagesseminar besucht werden. Es ist zugleich Teil des Zertifikatlehrgangs „Fachkraft für KI-gestütztes Qualitätsmanagement (IHK)“.