KI im QM einführen – Leitplanken, Prozesse und KVP
KI-Anwendungen im Qualitätsmanagement sicher auswählen, regeln und in den Verbesserungsprozess integrieren
Viele Unternehmen testen bereits generative KI im Qualitätsmanagement – zum Beispiel für Prozessbeschreibungen, Arbeitsanweisungen, Ursachenanalysen, Auditfragen, Maßnahmenformulierungen oder Managementberichte. Häufig bleibt die Nutzung jedoch punktuell: Einzelne Anwender probieren KI aus, ohne dass klare Regeln, Rollen, Prüfungen oder Freigaben festgelegt sind.
In diesem Seminar lernen die Teilnehmer, wie KI im Qualitätsmanagement nicht nur ausprobiert, sondern strukturiert und verantwortungsvoll eingeführt werden kann. Der Fokus liegt auf der Frage, wie aus einzelnen KI-Anwendungen eine geregelte Arbeitsweise entsteht, die im QM-Alltag Nutzen bringt und gleichzeitig Risiken begrenzt.
Die Teilnehmer erfahren, wie geeignete Pilotbereiche und Anwendungsfälle ausgewählt werden, welche Rolle Nutzen, Risiko, Datenlage und Prüfaufwand spielen und warum ein kleiner, klar abgegrenzter KI-Pilotprozess oft sinnvoller ist als ein breiter ungeregelter Rollout. Dabei wird deutlich: Ein guter Prompt allein reicht nicht aus. Für den Einsatz im QM braucht es Prozesse, Rollen, Verantwortlichkeiten, Prüfung, Freigaben und einfache Leitplanken.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der sicheren Nutzung von KI im QM: Welche Daten dürfen eingegeben werden? Welche Quellen darf KI nutzen? Welche Anforderungen müssen KI-Ergebnisse erfüllen? Und wann sind Prüfung, Freigabe oder Dokumentation notwendig? Die Teilnehmer lernen eine praxistaugliche Logik kennen, um KI-Anwendungsfälle einzuordnen und KI-Ergebnisse angemessen zu steuern.
Im zweiten Teil des Seminars wird KI als Bestandteil des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses betrachtet. KI kann helfen, KVP-Ideen, Auditfeststellungen, Reklamationen, Kennzahlen oder Lessons Learned zu strukturieren, Maßnahmen prüfbarer zu formulieren und Verbesserungen später wieder in Standards, Arbeitsanweisungen, Checklisten oder Schulungen zurückzuführen. Abschließend erstellen die Teilnehmer eine KI-Roadmap für das eigene QM.
Nutzen
• Sie verstehen, warum KI im Qualitätsmanagement nicht ungeregelt eingeführt werden sollte.
• Sie erkennen, welche Risiken entstehen können, wenn KI-Ergebnisse ungeprüft übernommen oder sensible Daten unkontrolliert eingegeben werden.
• Sie lernen, geeignete Pilotbereiche und KI-Anwendungsfälle im QM auszuwählen.
• Sie können Anwendungsfälle nach Nutzen, Risiko, Datenlage, Prüfaufwand und Standardisierungspotenzial bewerten. (KI-Steckbrief)
• Sie verstehen, welche Rollen bei geregelter KI-Nutzung im QM wichtig sind: QM-Verantwortlicher, Prozessverantwortlicher, Anwender, Prüfer/Freigeber, Datenschutz/IT und Führungskraft.
• Sie lernen eine einfache Freigabelogik kennen: direkt nutzbar, prüfpflichtig, freigabepflichtig oder nicht erlaubt.
• Sie können Leitplanken für Daten, Quellen, Qualität, Prüfung und Freigabe definieren.
• Sie erkennen, wann ein KI-Nutzungsvermerk bei QM-relevanten Ergebnissen sinnvoll ist.
• Sie lernen, KI sinnvoll in den kontinuierlichen Verbesserungsprozess einzubinden.
• Sie entwickeln eine KI-Roadmap für den eigenen QM-Alltag und leiten konkrete nächste Schritte ab.
Inhalte
Warum KI im QM nicht ungeregelt eingeführt werden sollte
Zu Beginn wird geklärt, was sich durch KI im Qualitätsmanagement verändert. KI wird Teil von Arbeitsabläufen, Routinetätigkeiten können schneller vorbereitet werden und Prüfung sowie Freigabe gewinnen an Bedeutung. Gleichzeitig entstehen neue Risiken durch ungeprüfte Aussagen, sensible Daten, uneinheitliche Ergebnisse und unklare Verantwortung.
Pilotbereiche und Anwendungsfälle sinnvoll auswählen
Die Teilnehmer lernen, warum ein klar abgegrenzter Pilotprozess sinnvoll ist und wie geeignete Pilotbereiche erkannt werden. Im Mittelpunkt stehen wiederkehrende QM-Aufgaben, klare Inputs, hoher Dokumentationsaufwand, überschaubare Risiken und sichtbarer Nutzen. Außerdem wird gezeigt, wann ein Anwendungsfall für den ersten KI-Pilotprozess geeignet oder ungeeignet ist.
Rollen, Verantwortlichkeiten und Freigaben festlegen
Es wird gezeigt, welche Rollen bei der KI-Nutzung im QM erforderlich sind und warum Vorbereitung, Prüfung, Entscheidung und Freigabe klar geregelt werden müssen. Die Teilnehmer lernen typische Rollen wie QM-Verantwortlicher, Prozessverantwortlicher, Anwender, Prüfer/Freigeber, Datenschutz/IT und Führungskraft kennen.
Leitplanken für sichere KI-Nutzung im QM
Die Teilnehmer erarbeiten zentrale Leitplanken für den KI-Einsatz: Datenleitplanke, Quellenleitplanke, Qualitätsleitplanke sowie Prüfung und Freigabe als verbindender Rahmen. Dabei geht es um erlaubte und nicht erlaubte Daten, anonymisierte Informationen, freigegebene Quellen, prüfbare Ergebnisse und offene Punkte.
KI-Pilotprozess im QM auswählen und vorbereiten
In der ersten Praxisphase wählen die Teilnehmer einen geeigneten KI-Anwendungsfall aus und prüfen diesen auf Nutzen, Risiko, Datenlage, Prüfaufwand und Standardisierungspotenzial. Ziel ist ein KI-Pilotprozess, der später als wiederholbare Arbeitsweise beschrieben und auf mehrere Mitarbeiter übertragen werden kann.
KI im kontinuierlichen Verbesserungsprozess einsetzen
Im zweiten Teil wird KI als Unterstützung im KVP betrachtet. Die Teilnehmer lernen, wie KI im PDCA-Zyklus helfen kann: Informationen strukturieren, Maßnahmen vorbereiten, Ergebnisse auswerten und Lessons Learned in Standards zurückführen.
Promptlogik für KVP-Aufgaben anwenden
An einem KVP-Beispielfall wird gezeigt, wie KI Hinweise, Probleme und Rückmeldungen strukturieren kann, ohne Ursachen oder Maßnahmen vorschnell festzulegen. Die Teilnehmer lernen, KI-Ausgaben zu prüfen, offene Punkte zu markieren und Maßnahmen sowie Prüfpunkte gezielt nachzuschärfen.
KI-Einführungsfahrplan im QM aufbauen
Es wird gezeigt, welche Bausteine ein pragmatischer KI-Einführungsfahrplan enthalten sollte: Ziele, Anwendungsfälle, Rollen, Datenregeln, Freigaben, Schulung, Feedback und KVP-Schleife. Dadurch wird KI-Einführung nicht als einmaliges Toolprojekt, sondern als geregelter QM-Prozess verstanden.
KI-Einführung als KVP-Prozess steuern
Die Teilnehmer lernen, einen KI-Pilotprozess zu beobachten, Erfolgskriterien festzulegen, Feedback aus der Nutzung zu sammeln und Regeln, Prompts, Leitplanken sowie Freigaben auf Basis der Erfahrungen weiterzuentwickeln.
KI-Roadmap für das eigene QM erstellen
In der zweiten Praxisphase erstellen die Teilnehmer eine KI-Roadmap für den eigenen QM-Bereich. Dabei werden Ziel, Start-Anwendungsfall, weitere mögliche Anwendungsfälle, Rollen, Datenregeln, Prüf- und Freigabewege, Schulung, Feedback und nächste Schritte festgelegt.
Zielgruppe
• Fach- und Führungskräfte aus Qualität, Produktion, Logistik, Technik und Dienstleistung
• Prozessverantwortliche, KVP-Moderatoren und interne Auditoren
• Mitarbeiter, die KI-Anwendungen im QM strukturiert einführen oder bewerten möchten
• Personen mit Verantwortung für QM-Prozesse, Arbeitsanweisungen, Auditvorbereitung, Maßnahmenmanagement oder KVP
• Mitarbeiter, die Leitplanken, Rollen, Freigaben oder interne Regeln für den Einsatz generativer KI im QM entwickeln möchten
Voraussetzungen
Form
• Fachlicher Impulsvortrag mit Beispielen aus der QM-Praxis
• Praxisnahe Einordnung von KI-Anwendungsfällen im Qualitätsmanagement
• Bewertung von Nutzen, Risiko, Datenlage, Prüfaufwand und Standardisierungspotenzial
• Arbeit mit Leitplanken für Daten, Quellen, Qualität, Prüfung und Freigabe
• Übungen zur Auswahl und Vorbereitung eines KI-Pilotprozesses
• Anwendung von Promptlogik auf KVP-Aufgaben
• Entwicklung einer Mini-KI-Roadmap für den eigenen QM-Bereich
• Austausch zu Anwendungsmöglichkeiten, Grenzen und verantwortungsvoller Einführung von KI im QM-Alltag
Organisatorische Hinweise
Ansprechpartner
Termine zur Veranstaltung
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Live-Online 06.11.2027
Veranstaltungsnummer: 2711-L/28516 319,00 €
Plätze verfügbar
319,00 €
Termin
06.11.2027, 11:00 Uhr - 16:30 Uhr